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»...Warum können denn Leute, die sich unter
einander lieben, nicht immer beysammen seyn?«
(aus einem Brief von Leopold Mozart an Johann Jakob Lotter vom
4.10.1755)
Der Musikverleger
Johann Jakob Lotter aus Augsburg
Die Druckerei Lotter in Augsburg wurde vom Protestanten
Johann Jakob Lotter (1683-1738) gegründet, wann genau, ist nicht
bekannt. 1705 begann er mit dem Musikaliendruck.
Den Höhepunkt seiner verbesserten Drucktechnik stellte sicherlich die
Herausgabe des »Ohrenvergnügenden und gemüthsergötzenden Tafelconfects«
von Johann Valentin Rathgeber dar. 1747 übernahm sein Sohn, Johann Jakob II
(1726-1804), den Betrieb in der Jakobervorstadt (zusätzlich wurde zeitweise ein
eigenes Geschäft in der Maximilianstraße unterhalten) - durch ihn erlangte der
Musikverlag im Bereich katholische Kirchenmusik und musikpädagogische Literatur
eine führende Stellung im süddeutsch-österreichischen Raum.
Lotter (Sohn) vertrieb auch zahlreiche Werke von Leopold Mozart
und die beiden waren zeitlebens freundschaftlich
miteinander verbunden, so besuchte Lotter Leopold in Salzburg.
Über Mozart knüpfte er geschäftliche Kontakte bis nach Ungarn und in die
Slowakei. Zwischen Lotter und Leopold Mozart bestand auch ein
reger Briefwechsel (nur die Briefe Leopolds sind erhalten
geblieben und diese nur über einen begrenzten Zeitraum).
Bei Mozarts Aufenthalt in Augsburg im September 1755 wollte er sich nicht bei
seinen Geschwistern einquartieren, warum, erklärte er Lotter in einem Brief: »...weill
nicht nur meine zwey Brüder, sondern auch meine zwo schwestern nunmehr
verheyratet sind: so wird ihr gewiß kein übriges Bett mehr zurück geblieben
seyn, als daß, so sie vor [für] sich und etwa vor eine Magd hat...«.
Lotter bot Mozart seine Wohnung an und dieser übernachtete dort.
Am 9. Februar 1756 teilte Leopold seinem Augsburger Freund in einem Brief die
Geburt seines Kindes Wolfgang Amadeus Mozart mit: »...übrigens benachrichte,
daß den 27. Januarii abends um 8 uhr die meinige mit einem Buben zwar glücklich
entbunden worden. [...] der bub heißt Joannes, Christostomus, Wolfgang
Gottlieb.« Der Brief ist von großem Wert, denn er ist eines der ersten
Zeugnisse von Wolfgang Amadeus Mozart (Der Brief befindet sich heute im Besitz
der Mozart-Gedenkstätte in Augsburg).
Im selben Jahr brachte Johann Jakob Lotter Leopold Mozarts Abhandlung »Versuch
einer gründlichen Violinschule« heraus und gemeinsam bemühten sie sich
um den Vertrieb des Werkes, das zu den wichtigsten Violinschulen dieser Zeit
gehört. Es wurde mehrmals aufgelegt und noch zu Leopolds Lebzeiten in mehrere
Sprachen übersetzt.
(R.W.)
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