Johann Andreas Stein wurde am 06.05.1728 in Heidelsheim / Baden (als Sohn des Ehepaares Johann Georg Stein geb.1697 und der Anna Katharina Kummer geb.1695) geboren.
Seine Lehr- und Wanderjahre führten ihn u.a. nach Straßburg
zu Johann Andreas Silbermann, dem berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit, nach
Regensburg, Ulm und Stuttgart.
1750 ließ sich Andreas Stein schließlich im musikalisch und geschäftlich
lebendigen Augsburg nieder. Er hatte viel zu tun, denn die Stadt besaß zu
dieser Zeit keinen Orgelbauer und so wurde er mit Orgelreparaturen in den
evangelischen Kirchen Hl. Kreuz, St. Jakob und St. Ulrich beauftragt. Sein
Talent konnte Stein mit dem Bau einer neuen Orgel für die Barfüßerkirche
beweisen, die an Pfingsten 1757 eingeweiht wurde (im Zweiten Weltkrieg wurde
sie leider zerstört).
Der Ruf Steins war mittlerweile so gefestigt, dass er im selben Jahr das
Augsburger Bürgerrecht erwerben konnte. Auch auf dem Gebiet des Klavierbaus war
er erfolgreich:
Er brachte den Bau von Hammerklavieren zu höchster Vollkommenheit. Etwa 700
Klaviere kamen aus seiner Werkstatt und fanden in ganz Europa Absatz.
Er war Mitglied des »Collegium musicum« und langjähriger Freund der Familie
Mozart. Während seines Aufenthaltes mit seinen Wunderkindern in Augsburg vom
22. Juni bis 6. Juli 1763 erwarb Leopold Mozart in Steins Werkstatt »am Lech«
- später zog Stein in die prachtvolle Maximilianstraße - ein Reiseklavier, das
Wolfgang Amadeus jahrelang benutzt hat.
Später, während des Augsburg-Aufenthaltes von Wolfgang Amadeus Mozart im
Oktober 1777 war Stein ihm ein enger Vertauter. Das Konzert, das am 22. Oktober
im Saal des Fuggerhauses stattfand, wurde auf drei Steinschen Hammerflügeln
gespielt - den dritten spielte übrigens Stein selbst!
Weniger begeistert zeigte sich Wolfgang Amadeus Mozart vom Talent der Tochter
Steins, Nanette genannt, die bereits mit sieben Jahren erfolgreich Konzerte auf
dem Klavier in Augsburg gab und dort deswegen als Wunderkind galt, so schrieb
Mozart an seinen Vater: »...appropos wegen seinen Mädl, wer sie spiellen sieht
und hört, und nicht lachen muß, der muß von stein wie ihr vatter seyn...«.
Nach Steins Tod 1792 verlegten seine Kinder Nanette, nun verheiratet Streicher,
und Matthäus Andreas (1776-1842), den Betrieb nach Wien. Dort wurde Nanette
Beethovens »barmherzige Samariterin«, der ihr in rührenden Briefen
seine Verehrung erwies. Eines der wenigen erhaltenen Hammerklaviere (1785) von
Johann Andreas Stein kann übrigens in der Mozart-Gedenkstätte besichtigt
werden.
(R.W.)