Deutsche Mozartstadt Augsburg
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Stadt Augsburg



»...Nun leben sie recht wohl, ich küsse sie 10000mahl und bin allzeit der alte junge Sauschwanz«
(aus einem Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an das »Bäsle« vom 5.11.1777)
Das »Bäsle« oder Mozarts erste Liebe

Hinter dem Spitznamen »Bäsle« verbirgt sich die Cousine von Wolfgang Amadeus Mozart (schwäbisch Bäsle=Base), in Wirklichkeit Anna Maria Thekla genannt. Sie wuchs in der Jesuitengasse hinter dem Augsburger Dom auf. Ihr Vater, Franz Aloys Mozart, betrieb dort einen kleinen Verlag frommer katholischer Schriften und war zudem Hausmeister im Jesuitenkolleg St. Salvator. Der einundzwanzigjährige Mozart und das zwei Jahre jüngere Bäsle schlossen vom ersten Tag ihrer Bekanntschaft an eine lustige, zu allerlei Späßen aufgelegte Freundschaft, wahrscheinlich knüpften sie auch erste, zarte Liebesbande. Mozart schrieb in einem Brief vom Oktober 1777 an seinen Vater über das Bäsle: »...den 17: ten in der frühe schreibe und betheüere ich dass unser bäsle, schön, vernünftig, lieb geschickt und lustig ist; ... daß ist wahr, wir zwey taugen recht zusammen; dann sie ist auch ein bischen schlimm. wir fopen die leüte mit einander, daß es lustig ist.«. Die beiden Jugendlichen hatten in den zwei Wochen des Augsburg-Aufenthaltes sehr viel Zeit miteinander verbracht. Umso trauriger war der Abschied am 26. Oktober - vor allem für das Bäsle, denn sie hatte sich gewisse Hoffnungen gemacht. Doch schon am ersten Tag nach seiner Abreise schrieb Wolfgang Amadeus Mozart seiner Cousine. Hiermit begann ein inniger Briefwechsel, der von einer teilweise sehr derben Sprache gekennzeichnet ist. (Leider sind die Antwortschreiben des Bäsle nicht erhalten). So endet ein Brief ans Bäsle vom 5. November 1777: »...iezt wünsch ich eine gute nacht, scheissen sie ins beet daß es kracht; schlafens gesund, reckens den arsch zum mund, ich gehe itz nach schlaraffen, und thue ein wenig schlaffen...«. Es verwundert nicht, dass diese sogenannten »Bäsle-Briefe« lange Zeit nur auszugsweise veröffentlicht wurden - Mozarts Sohn Carl Thomas wollte sie sogar ganz vernichten. Der vermutlich letzte Brief ist auf den 23. Oktober 1781 datiert. Das Bäsle verschwand immer mehr aus dem Bewusstsein des großen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, ein Grund mag wohl seine Hochzeit mit Konstanze Weber am 14. August 1782 in Wien gewesen sein. Und was wurde aus dem Bäsle? Es bekam eine uneheliche Tochter, Josepha (* 1784), zog 1805 mit ihr und ihrem Schwiegersohn, einem Postwagenexpeditor, in die Klinkertorstraße. Nach einem Umzug 1812 nach Kaufbeuren ließ sie sich zwei Jahre später mit ihrer Familie in Bayreuth nieder, wo sie 1841 verstarb.





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