»Dann hören sie nur wie schön, generos die
Hr: Augspurger sind!«
(aus einem Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seinen
Vater vom 14. Oktober 1777)
Wolfgang Amadeus Mozart
- ein Wunderkind
auf Reise nach Augsburg
Wolfgang Amadeus Mozart kam auf Reisen immer wieder in die
Heimatstadt seines Vaters, oder wie er selbst sagte »vatterstadt meines papa«
(1763, 1766, 1777, 1781, 1790). Vom 11. bis zum 26. Oktober 1777 kehrte er nach
langer Zeit wieder nach Augsburg zurück. Auf dieser Reise begleitete ihn nur
seine Mutter.
Aus dem Briefwechsel zwischen den Reisenden und Vater Leopold kann
man einiges über die Augsburg-Erlebnisse erfahren: Mutter und Sohn
übernachteten diesmal im Gasthof zum »Weißen Lamm« - in der Nähe
wohnte das »Bäsle« mit ihrer Familie. Bei diesem Besuch traf Wolfgang
Freunde und Verwandte wieder: Der Klavierbauer Johann Andreas Stein brachte ihn
an die Orgeln der Barfüßer- und der Ulrichskirche. Hier konnte sich Wolfgang
auch als Organist beweisen.
Ein besonderer Empfang wurde ihm im Kloster Heilig Kreuz bereitet
- mit dem Orchester musizierte Mozart eine Symphonie, dann musste er Fugen aus
dem Stegreif spielen, deren Themen die Chorherren vorgaben. Bald sollte auch
ein großes Konzert unter der Leitung Mozarts stattfinden, geprobt wurde im
Steinschen Haus.
Wolfgang trug bei besonderen Gelegenheiten immer seinen »Orden vom goldenen
Sporn«, den er in Rom 1770 vom Papst empfangen
hatte. Wegen dieses Ordens geriet Mozart mit dem Sohn des mächtigen Augsburger
Stadtpflegers Langenmantel in Streit. Der Junge spottete über den Orden, der
seiner Meinung nach nichts wert sei. Mozart erwiderte darauf: »Sie brauchen
keinen Sporn, sie haben ihn schon im Kopf!«. Der verärgerte Mozart wollte
Augsburg verlassen, doch seine Freunde konnten ihn überzeugen zu bleiben und so
fand das Konzert wie geplant statt.
Onkel Alois verkaufte die Konzertkarten und sein Freund Stein ließ für eine
Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart drei seiner Klaviere auf das Podium des
Fugger-Saales transportieren. Wie groß die Begeisterung der Augsburger Freunde
über das Konzert war, schrieb Mozart an seinen Vater: »...h: stein machte
nichts als gesichter und grimassen vor verwunderung. h: Demler [J.M. Demmler =
Domorganist] muste beständig lachen. das ist ein so Curioser Mensch, das wen
ihm etwas recht sehr gefällt, so mus er ganz entsezlich lachen...«.
Am 26. Oktober 1777 brach Mozart mit seiner Mutter nach Mannheim auf.
(R.W.)
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