Basilika St. Ulrich und Afra

In der Basilika St. Ulrich und Afra war Leopold Mozart während seiner Schulzeit Sängerknabe. Während ihres ersten Aufenthalts in Augsburg 1763 besuchte die Familie Mozart die Basilika und das heute nicht mehr existierende Kloster. Auf der Hinreise nach Paris 1777 machte Wolfgang Amadé erneut Station in Augsburg und spielte auf der 1580 von Jakob Fugger dem Jüngeren gestifteten Orgel.

Das Originalinstrument ist nicht mehr erhalten, jedoch wurden in die neu eingerichtete Sandtner Orgel neunhundert Pfeifen der alten Fugger Orgel mit übernommen. Die heute noch vorhandene, aber wegen ihrer Enge nicht mehr benutzte Treppe hinauf zur Orgelempore erhielt in Erinnerung an den berühmten Gast den Namen "Mozartstiege".

Ursprung der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra ist eine spätrömische Kirche. Um 800 folgte ein karolingisches Gotteshaus, das zwischen 1064 und 1071 durch eine frühromanische Kirche ersetzt wurde. Diese Vorgängerkirche musste 1466 abgerissen werden. Der Rohbau des 1467 in spätgotischen Formen konzipierten Neubaus fiel 1474 teilweise einem Sturm zum Opfer. Die über 130-jährige Baugeschichte wurde mit dem nun schon im Renaissancestil entstandenen einzigen Turm 1597 vollendet. Der zweite Turm ist nie errichtet worden.

Die Kirche gehörte zum gleichnamigen Benediktinerkloster, das im Zuge der Säkularisation in den Besitz des Bayerischen Staates überging und das bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Kaserne benutzt wurde.

Der zweitgrößte Sakralbau Augsburgs birgt die Begräbnisstätten der drei Augsburger Stadtpatrone St. Ulrich, St. Simpert und der Heiligen Afra. Seit 1937 ist die Kirche päpstliche Basilika. Zu den bedeutendsten Kunstschätzen gehört das einzigartige gotische Kreuzrippengewölbe und die drei eindrucksvollen Barockaltäre "Weihnachten, Ostern, Pfingsten".

Foto: S. Kerpf/ Stadt Augsburg