Parktheater im Kurhaus Göggingen

Das Kurhaus gilt als in Europa einzigartiges Zeugnis der Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Ganz aus Stahl und Glas steht die barocke Logenkonstruktion mit integriertem Wintergarten im Stil der traditionellen „pleasure gardens“ für den ganz besonderen Reiz dieses einzigartigen Hauses. Es ist eines der wenigen Zeugnisse von "Glaspalästen" der damaligen Zeit, also von Eisen-Glas-Konstruktionen. Es gibt nur noch wenige in Europa erhaltene Zeugnisse der Illusionskunst wie das Kurhaus Göggingen. Man meint einen Massivbau vor sich zu haben, doch war die scheinbar von den Gesetzen der Statik gelöste Bauform nur durch die Verwendung einer Eisenskelettkonstruktion zu verwirklichen.

Eröffnet wurde das vom Augsburger Architekten Jean Keller erbaute Kurhaus 1886. Keller schuf das Theater im Auftrag der Hessingschen Kuranstalten für ihre Gäste. Neben dem Zweck Theater zu sein, sollte das Kurhaus auch als Gesellschafts- und Palmenhaus dienen.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kurhaus Göggingen verpachtet und fand seine Nutzung als Mehrzweckhalle und Kino. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwendete man es bis zur Währungsreform 1948 noch einmal als eigenständiges Theater. Dann verkauften die Hessing-Kliniken das Gebäude an den langjährigen Pächter, der das Kurhaus wieder als Mehrzweckhalle verwendete. Im Laufe der Jahre erfolgten viele Umbauten, mit denen die ursprüngliche Architektur, weil nicht mehr zeitgemäß, verdeckt wurde. Nach und nach geriet das architektonische Kleinod in Vergessenheit.

1972 brannte das Kurhaus aus. Dieser Brand zerstörte später eingebaute Holzteile und Verkleidungen, so dass der ursprüngliche Baukörper mit seinen Glas-Eisenkonstruktionen wieder zum Vorschein kam. Die Stadt Augsburg kaufte schließlich das architektonische Kleinod und renovierte es mit hohem Aufwand. 1996 wurde das Kurhaus Göggingen neu eröffnet, nachdem man es original rekonstruiert hatte.

Quelle: augsburgwiki.de