Musikgenies, Musikmanager und überzeugte Europäer

Das Leben der Mozarts war ereignisreich. Während aus Wolfgangs Leben viele Charakterzüge und einige prominente Details wie die legendären "Bäsle-Briefe" oder der berühmte Fußtritt und auch die Mythen rund um das Requiem allgemein bekannt sind, steht Leopold Mozart in der öffentlichen Wahrnehmung wohl eher im Schatten seines Sohnes. Dabei war der Vater nicht nur eben Vater und Lehrer seines Sohnes, sondern vor allem der Prototyp des modernen Musikmanagers, ein begnadeter Netzwerker und nicht zuletzt ein aufgeklärter, überzeugter Europäer. Diese Werte hat er gelebt und seinen Kindern vermittelt.

Begeben Sie sich auf eine Spurensuche durch das Leben von Vater und Sohn Mozarts und entdecken Sie diese faszinierenden Persönlichkeiten, die weit mehr waren, als hochtalentierte Musiker.Unsere Timelines führen Sie durch die Biographien von Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart.

Um durch die Timelines zu navigieren, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Mit den roten Pfeilen steuern Sie die Zeitachse. Wenn Sie auf die roten Ereignispunkte klicken, springt die Timeline zu diesem Ereignis.
2. Oder sie "wischen" sich durch die einzelnen Ereignisse. Klicken Sie dazu auf ein Ereignis am rechten Rand und ziehen Sie es nach links. Um zurück zu steuern, "wischen" Sie von links nach rechts.

Leopold Mozart

Quelle: Josef Mancal: Leopold Mozart und seine Familie auf Europa-Reise. Augsburg 2006.

Wohnung in Augsburg

Seit 1716: Wohnung und Werkstätte des Vaters Johann Georg Mozart im Haus Frauentorstraße 30

Heirat der Eltern

16. Mai 1718: Kirchliche Trauung der Eltern, des Buchbindermeisters Johann Georg (1679-1736) mit Anna Maria Sulzer (1696-1766).

Geburt

14. November 1719: Geburt Leopold Mozarts im Haus Frauentorstr. 30 und Taufe in St. Georg. Taufpate ist Dr. Johann Georg Grabherr.

Umzug ins Jesuitenseminar

Oktober 1721: Umzug der Eltern in das Jesuitenseminar St. Joseph

Erster Bühnenauftritt

1. September 1724: Erster von insgesamt acht Bühnenauftritten, Besuch der Jesuitenschule St. Salvator.

Auftritt als Sänger und Organist

Vor 1736: Auftritt als Sänger in Augsburg (St. Ulrich und Afra, Heilig Kreuz) und als Orgelspieler in Benediktbeuren.

Umzug ins Tanzmeisterhaus

Herbst 1773: Umzug der Familie Mozart in Salzburg in eine Wohnung mit acht Zimmer im "Tanzmeisterhaus" (heute Makartplatz).

Einschreibung in Salzburg

7. Dezember 1737: Einschreibung an der Universität Salzburg zum Philosophiestudium. Unterricht bei den beiden Aufklärern Pater Anselm Desing und Pater Bertold Vogl.

Abbruch der Studien

1739: Studienabbruch nach Lehrerwechsel.

Kammerdiener

Ab 1740 (?) Kammerdiener beim Domherrn Johann Baptist Graf Thurn-Valsassina und Taxis, dem Leopold Mozart seine erste, selbstgestochene Komposition widmet.

"Cantaten"

1741: Komposition und Aufführung der ersten von drei "Cantaten" (1741-1743).

Salzburger Hofkapelle

1743: Erste Anstellung bei der Salzburger Hofkapelle, zunächst unbezahlt, dann 1744/45 und ab 1747 bezahlt.

Hochzeit

21. November 1747: Hochzeit mit Anna Maria Walburga Pertl (1720-1778) aus St. Gilgen

Umzug in Salzburg

Ende 1747: Umzug in Salzburg in eine Wohnung im Haus Getreidegasse 9. Vermieter ist Johann Lorenz Hagenauer, Leopolds späterer Freund, "Geschäftsführer" seiner Unternehmungen bei Abwesenheit durch Reisen, Reisekreditgeber und "Bankier".

Notenvertrieb

Ab 1748: Notenvertrieb über Johann Jakob Lotter d.J. in Augsburg. Ab 1751 über München an die Hofkapelle von Oettingen-Weilerstein, ab 1753 an das Kloster Lambach und ab 1755 nach Augsburg an das Collegium musicum.

Nachträgliche Genehmigung der Heirat

1748: Nachträgliche Augsburger Genehmigung der Heirat und Bestätigung des Augsburger Bürgerrechts. Erneute Bestätigung 1752.

Geburt des ersten Kindes

18. August 1748: Geburt des ersten Kindes Johannes Leopold Joachim (+2.2.1749), des ersten von insgesamt fünf früh verstorbenen Kindern des Ehepaars Mozart.

Geburt von Nannerl

30. Juni 1751: Geburt der überlebenden Tochter Maria Anna Walburga Ignatia, genannt "Nannerl".

Kontakt nach Irsee

1753 und 1755: Kontakt zum Musiktheoretiker und Komponisten Pater Meinrad Spieß im schwäbischen Irsee, Mitglied der "Correspondierenden Societät der musikalischen Wissenschaften" des Aufklärers Lorenz Anton Mizler.

Freundschaft mit Gellert

Ab 1754: Freundschaft mit dem Aufklärungsdichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig.

Violinschule und Aufklärung

1756: Erste Auflage des Werks "Versuch einer gründlichen Violinschule" im Eigenverlag, Druck bei Lotter in Augsburg. Zweite Auflage in zwei Teilen 1769/70.
Kontakte zum Aufklärer Friedrich Wilhelm Marpurg in Berlin.

Geburt von Wolfgang Amadeus

27. Januar 1756: Geburt von "Johannes Chrisostomus, Wolfgang, Gottlieb" (Brief an Lotter vom 9. Februar 1756). Wolfgang Amadeus Mozart ist geboren.

Der Morgen und der Abend

1759: Herausgabe des Werks "Der Morgen und der Abend" (Lotter 1759), Geschäftskontakte zu Musikverlegern, 1759 zu Johann Ulrich Haffner in Nürnberg, ab 1761 zu Johann Gottlieb Immanuel Breitkopf in Leipzig.

Dokumentation der Lernfortschritte

Ende 1760 / Anfang 1761: Beginn der Dokumentation Leopolds der Lernfortschritte Wolfgangs im Notenbuch (1759) der Tochter Nannerl.

Beginn der Reisen mit den Kindern

Ab 1762: Beginn der Reisen nach München (1762), Wien (1762/63), Europareise (1763-66), Wien (1767-69), Italien (1769-71, 1771 und 1772/73), Wien (1773) und München (1774/75).

Vize Kapellmeister

28. Februar 1763: Ernennung zum Vizekapellmeister der Salzburger Hofkapelle.

Streichung der Besoldung

1768 und 1771: Streichung der Besoldung wegen eigenmächtiger Verlängerung der Reisezeit.

Entlassung und Wiedereinstellung

1. September 1777: Ablehnung der Reisegesuche und Dienstentlassung von Vater und Sohn. Wiedereinstellung Leopolds und reise Wolfgangs mit seiner Mutter nach Paris (1777-79). 1779 Wiedereinstellung Wolfgangs.

Tod der Frau

3. Juli 1778: Tod der Ehefrau Anna Maria in Paris.

Reise nach Augsburg

Ab 1781: Reisen nach München und Augsburg (24. Januar bis 14 März 1781) und wieder München.
Wolfgang nimmt seinen ständigen Wohnsitz in Wien.

Freimaurer

1785: Reise nach München und Wien mit Besuch der Familie seines Sohnes. Aufnahme in die Wiener Freimaurerloge "Zur Wohltätigkeit", Beförderung zum Meister.

Tod

28. Mai 1787: Tod Leopold Mozarts. Begräbnis am 29. Mai 1787 auf dem Friedhof St. Sebastian in Salzburg.

Wolfgang Amadeus Mozart

Quelle: Silke Leopold (Hg.): Mozart Handbuch. Kassel 2005.

Geburt

27. Januar 1756: Als siebtes Kind von Leopold und Maria Anna Mozart wird Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart geboren und am folgenden Tag im Salzburger Dom getauft.

Musikalische Ausbildung

1761: Erste Nachrichten über Mozarts muskalische Ausbildung in Nannerls Notenbuch. Erste Kompositionen entstehen.

Auftritte als Tänzer

1. und 3. September 1761: Mozart wirkt als Tänzer in den intermedien zum lateinischen Schuldrama "Sigismundus Hungariae rex" mit.

Erste Reisen

Im Januar 1762: Erste Reise Leopolds mit Nannerl und Wolfgang nach München und Vorspiel vor dem Kurfürsten. 
September bis Dezember 1762: Reise nach Wien, Konzerte in Anwesenheit des Kaiserpaares und Maria Antonia (später Marie Antoinette).

Europareise (mit Augsburg)

9. Juni 1763: Beginn der mehr als dreijährigen Europareise der Familie Mozart. Reiseroute 1763: Über Wasserburg, München, Augsburg, Ulm, Ludwigsburg, Schwetzingen, Heidelberg, mannheim, Mainz, Frankfurt, Koblenz, Köln, Aachen und Brüssel nach Paris.

Versailles

1. Januar 1764: Wolfgang ist die Attraktion der Neujahrstafel der königlichen Familie in Versailles.

Erste Kompositionen gedruckt

Frühjahr 1764: KV 6 bis 9 erscheinen im Druck.

Abreise nach London

10. April 1764: Abreise nach London. Dort geben die Mozarts öffentliche Konzerte und Mozart lernt Johann Christian Bach kennen.

Sorge um Nannerl und Wolfgang

September 1764: Nannerl erkrankt schwer und erhält die letzte Ölung. Nach ihrer Genesung erkrankt auch Wolfgang und schwebt in Lebensgefahr.

Reise nach Amsterdam

24. Juli 1765: Abreise nach Amsterdam über Canterbury, Dover, Calais, Dünkirchen, Lille, Gent, Antwerpen und Den Haag. Konzert vor Prinz Willem V. von Oranien.

Rückkehr nach Salzburg

März 1766: Reise über Den Haag, Haarlem, Amsterdam, Utrecht, Mechelen und Brüssel nach Paris. Dort hält sich die Familie zwei Monate auf. Anschließend Rückreise über Genf, und Zürich nach Salzburg. Ankunft am 29. November 1765.

Aufführungen

12. und 13. März 1767: Aufführungen des Oratoriums "Die Schuldigkeit des ersten Gebots" KV 35 sowie von "Apollo et Hyacinthus" KV 38

Wien: Erste Opern und Messen

1768: Die Mozarts verbringen das Jahr in Wien. Komposition der ersten italienischen oper "La finta semplice" KV 51, die aber nicht aufgeführt wird. Ebenso komponiert Mozart das Singspiel "Bastien et Bastienne" KV 50 und die Waisenhaus-Messe KV 139.

Salzburger Konzertmeister

November 1769: Mozart wird zum dritten Kapellmeister der Salzburger Hofkapelle ernannt.

Aufbruch nach Italien

13. Dezember 1769: Aufbruch zu einer Italienreise bis 1771.

Padre Martini

1770: Vater und Sohn reisen über Verona, Mantua und Cremona nach Mailand. Im März lernt Mozart in Bologna Padre Martini kennen, der ihn kompositorisch prägen wird. Weiterreise über Florenz nach Rom.

Allegris Miserere

Karwoche 1770: Mozart hört das legendäre "Miserere" von Gregorio Allegri in der Capella Sistina und schreibt es anschließend aus dem Gedächtnis nieder. Weiterreise nach neapel und Begegnungen mit Giovanni Paisiello und Francesco di Maio.

Mitridate

26. Dezember 1770: Komposition und Uraufführung von "Mitridate, Re di Ponto" KV 87 in Mailand.

Aufträge aus Mailand

1771: Über Padua, Vicenza und Verona kehren die Mozarts nach Salzburg zurück. Aus Mailand treffen Kompositionsaufträge ein, Mozart komponiert "Ascanio in Alba" KV 111 und kehrt für die Uraufführung nach Mailand zurück.

Colloredo wird Fürsterzbischof

14. März 1772: Hieronymus Graf Colloredo wird zum Fürsterzbischof gewählt.
26. Dezember 1772: Uraufführung von "Lucio Silla" KV 135 erneut in Mailand.

Enttäuschte Wiener Hoffnungen

Juli bis September 1773: Leopold und Wolfgang reisen nach Wien zu einer Audienz bei der Kaiserin. Eine Protektion Wolfgangs durch die Kaiserin kommt nicht zustande.
Dezember 1773: Komposition des ersten selbständigen Klavierkonzerts KV 175.

Opern und Violinkonzerte

13. Januar 1775: Uraufführung von "La finta giardiniera" KV 196 in München.
23. April 1775: Uraufführung von "Il re pastore" KV 208 in Salzburg.
Herbst 1775: Komposition der ersten vier Violinkonzerte KV 211, 216, 218, 219.

Augsburg und das Bäsle

September/Oktober 1777: Mozart reist mit seiner Mutter über München nach Augsburg. Dort begegnet er dem "Bäsle" Maria Anna Thekla. Auf der Weiterreise über Mannheim nach Paris schreibt Mozart seine berühmten frivohl-derben "Bäsle-Briefe".

Mannheim und die Webers

30. Oktober 1777: Die Mozarts erreichen Mannheim und eine für Wolfgang musikalisch sehr lehrreiche Zeit im Umkreis der berühmten Mannheimer Hofkapelle beginnt. Wolfgang lernt zudem die Familie Weber kennen und verliebt sich in die 16-jährige Aloysia.

Pariser Fiasko

1778: Der Aufenthalt in Paris wird zum Fiasko: Musikalisch will sich der Erfolg nicht einstellen und zudem stirbt Mozarts Mutter am 3. Juli. Leopold verschafft Wolfgang eine Stelle in Salzburg und drängt diesen Rückkehr.

Zurück in die Heimat

Januar 1779: Über München kehrt Mozart nach Salzburg zurück und wird Hoforganist bei Colloredo. 
Komposition u.a. der "Krönungs-Messe" KV 317, der "Posthorn-Serenade" KV 320 und der "Sinfonia concertante" KV 364.

Idomeneo

29. Januar 1781: Uraufführung des "Idomeneo" KV 366 am Münchener Hoftheater.

Ein Fußtritt mit Folgen

Mai/Juni 1781: Das Verhältnis zu Colloredo ist nicht mehr zu retten. Mozart quittiert den Dienst und wird von Graf Arco mit dem berühmten Fußtritt entlassen. Mozart übersiedelt nach Wien und verliebt sich in Constanze Weber.

Baron van Swieten

1782: Mozart lernt im Hause des Barons Gottfried van Swieten die Musik Händels und Johann Sebastian Bachs kennen und wird ein großer Bewunderer dieser Komponisten.

Hochzeit mit Constanze

4. August 1782: Mozart heiratet - zum Leidwesen des Vaters - Constanze im Stephansdom.
16. Juli 1782: Die Uraufführung der "Entführung aus dem Serail" KV 384 im Wiener Burgtheater wird ein großer Erfolg.

Ruhelos

1783: Mozart zieht mehrmals innerhalb von Wien um. Im Februar an den Kohlmarkt, im April an den Judenplatz. Auch in den folgenden Jahren wechselt die Familie häufig die Wohnung.

Erster Sohn

17. Juni 1783: Der erste Sohn von Wolfgang und Constanze wird geboren: Raimund Leopold. Er stirbt allerdings schon am 19. August.

c-Moll Messe

26. Oktober 1783: Die fertig gestellten Teile der für seine Frau Constanze komponierten c-Moll Messe KV 427 werden in Salzburg uraufgeführt. Die Messe bleibt uvollendet. Auf der Rückreise navh Wien macht Mozart in Linz Station und komponiert "über hals und kopf" seine "Linzer Sinfonie" KV 425.

Verzeichnüß

9. Februar 1784: Mozart beginnt sein eigenhändiges Werkeverzeichnis, das sogenannte "Verzeichnüß" in das er bis zu seinem Tod so gut wie alle neu geschaffenen Werke einträgt.

Freimaurer

14. Dezember 1784: Mozart wird als Lehrling in die Freimaurerloge "Zur Wohltätigkeit" aufgenommen. Im Januar 1785 wird er zum Gesellen befördert. Vater Leopold folgt ihm im April 1785.

Leopold in Wien

11. Februar 1785: Vater Leopold trifft in Wien ein. Bis April verbringt er viel Zeit mit der Familie und besucht zahlreiche Konzerte seines Sohnes. 

Haydn

12. Februar 1785: Joseph Haydn ist bei Mozarts zu Gast und sagt den legendären Satz: "ich sage ihnen vor gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und den Nahmen nach kenne: er hat geschmack, und über das die größte Compositionswissenschaft."

Fahrlässig

24. August 1785: Mozart stellt ein Aufnahmegesuch an die Wiener Tonkünstler-Societät um eine Versorgung seiner Familie für den Fall seines Todes zu sichern. Mozart bringt die geforderten Dokumente nicht bei und wird nie aufgenommen.

Le nozze di Figaro

1. Mai 1786: "Le nozze di Figaro" KV 492 wird im Wiener Burgtheater uraufgeführt. Ab Dezember 1786 wird die Oper höchst erfolgreich in Prag gespielt und Mozart nach Prag eingeladen.

Prag

8. Januar 1787: Mozart reist mit Constanze, dem Geiger Franz Hofer und dem Klarinettisten Anton Stadler nach Prag, wohnt Aufführungen von "Le nozze di Figaro" bei und gibt mehrere Konzerte.

Tod des Vaters

28. Mai 1787: Leopold Mozart stirbt in Salzburg. Eine Woche später schreibt Wolfgang ein Gedicht auf seinen toten Staren. Zwischen Nannerl und Wolfgang gibt es Erbstreitigkeiten, die Nannerl durch eine Zahlung an Wolfgang beilegt.

Don Giovanni und Kammermusicus

29. Oktober 1787: In Prag wird "Don Giovanni" KV 527 uraufgeführt. Der Erfolg ist riesig. Die Mozarts kehren nach Wien zurück und Wolfgang wird zum k. k. Kammermusicus ernannt, was mit einem jährlichen Gehalt verbunden ist.

Finanzsorgen

Ab Juni 1788: Mozart schreibt Briefe an den Kaufmann Michael Puchberg und bittet mehrfach um Darlehen. Diese erhält er zwar, aber weitaus geringere Summenals erhofft. Längerfristige Planungen sind somit weiterhin nicht möglich und die finanzielle Situation ist angespannt.

Am preußischen Hof

8. April 1789: Mozart bricht zu einer Reise über Prag, Dresden und Leipzig nach Berlin auf. Ziel ist der Hof Friedrich Wilhelms II. Auf dem Weg spielt Mozart ein Konzert in der Leipziger Thomaskirche. Seine Hoffnungen werden aber zunächst enttäuscht.

Am preußischen Hof 2

26. Mai 1789: Mozart ist wieder in Berlin und spielt ein Konzert für Friedrich Wilhelm II. Außer zwei kleinen Kompositionsaufträgen erhält Mozart allerdings keine weitergehenden Angebote. Mozart kehrt zurück nach Wien.

Constanze auf Kur

Sommer 1789: Die schwangere Constanze begibt sich auf Kur nach Baden bei Wien. Die finanzielle Situation der Mozarts wird nicht zuletzt dadurch immer katastrophaler. Mozart wendet sich erneut an Puchberg.

Così fan tutte

26. Januar 1790: Mozarts Oper "Così fan tutte" wird im Burgtheater uraufgeführt. Der anfängliche Erfolg wird überschattet durch den Tod des Kaisers am 20. Februar, woraufhin alle Theater geschlossen bleiben.

Geldsorgen

1790: Die Geldsorgen werden immer verheerender. Mozart unterschreibt Schuldscheine und Constanze flieht nach Baden, wodurch sich die finanzielle Bedrängnis weiter verschlimmert. Mozart komponiert nur sehr wenige neue Werke.

Eine neue Hoffnung

23. September 1790: Mozart bricht im Wagen mit Diener (!) nach Frankfurt zur Krönung des neuen Kaisers Leopold  II. auf, in den er große Hoffnungen setzt. Eine Aufführung des Don Giovanni in Mainz wird abgesagt und auch sonst hat Mozart keinen Erfolg.

Haydn verabschiedet sich

Dezember 1790: Haydn verabschiedet sich von Mozart und reist nach London. Während Mozart seinen väterlichen Freund zum Bleiben bewegen möchte, hofft Haydn wiederum auf eine Reise Mozarts nach London.

Neuanfang

1791: Mozart erlebt eine Art künstlerischen Neuanfang. Die Geldsorgen werden geringer und Mozart produktiver.

Neue Perspektiven

25. April 1791: Mozart bewirbt sich um eine Stelle als Assistent des kranken Domkapellmeisters Hofmann. Er erhält die Zusage und die Aussicht auf die Nachfolge.

Erneut in Baden

Juni bis Juli 1791: Mozart besucht Constanze, die sich erneut in Baden aufhält. Dort entsteht das "Ave verum corpus" KV 618.

Geburt von Franz Xaver

26. Juli 1791: Nach der Geburt von Carl Thomas (+1858), Johann Thomas Leopold (+1786), Theresia (+1788) und Anna Maria (+1789) kommt 1791 Franz Xaver Wolfgang zur Welt. Franz Xaver sollte später in die musikalischen Fußstapfen seines Vaters treten.

La clemenza di Tito

6. September 1791: "La clemenza di Tito" KV 621 wird in Prag als Festper zur Krönung Leopolds II zum böhmischen König uraufgeführt. Die kaiserliche Familie kann Mozarts Musik erneut nichts abgewinnen.

Die Zauberflöte

30. September 1791: Mozarts "Die Zauberflöte" KV 620 wird im Theater auf der Wieden uraufgeführt.

Letzte Werke

Oktober 1791: Mozart komponiert letzte Werke: Das Klarinettenkonzert KV 622 für Anton Stadler sowie die Kleine Freimaurer-Kantate KV 623, den letzten Eintrag im Verzeichnüß. 

Requiem

20. November 1791: Mozart hat den Auftrag zum Requiem erhalten, erkrankt aber Ende November schwer. Noch im Krankenbett arbeitet Mozart am Requiem, wird es aber nicht fertig stellen können.

Tod

5. Dezember 1791: Mozart stirbt gegen ein Uhr nachts, die ärztliche Diagnose ist ein "hitziges Frieselfieber". Am 6. Dezember wird Mozart in einem unbezeichneten Reihengrab auf dem St. Marx Friedhof beigesetzt.