10. Oktober 2017 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker - 1. Sinfoniekonzert: Sehnsuchtsorte

Kaum jemand hat die Faszination der Provence so eindrücklich eingefangen wie Vincent van Gogh, der die Umgebung von Arles in seinen Bildern zum Leuchten bringt und der Mittelmeerregion ein traumhaftes Denkmal setzt. Doch auch Musik kann von Landschaften erzählen, wie die drei Werke des ersten Sinfoniekonzerts zeigen. Bizet widmete der Stadt Arles eine musikalische Hommage mit der Bühnenmusik zu Alphonse Daudets Drama L’Arlésienne. Das bekannte Prélude basiert auf einem Marsch aus Arles, und den Verlauf der Suite prägen zahlreiche provenzalische Themen und Folkloreinstrumente. Diese lassen den Schauplatz ebenso wie die tragische Liebesgeschichte Daudets in der Musik lebendig werden.

In die endlosen Weiten der kühlen nordischen Landschaft entführt der dänische Komponist Søren Hyldgaard mit seinem Concerto Borealis. Hyldgaard, einer der derzeit erfolgreichsten Filmmusikkomponisten, beschreibt das dominierende lyrische Thema seines Werks als »Lied des Nordens«. Es wird einge­rahmt von einem rhythmisch akzentuierten Allegro. Mit dieser ausdrucksstarken Komposition eröffnet Stefan Schulz seine Residenz bei den Augsburger Philharmonikern.

Zuletzt: Brahms, der Melancholiker, der, kaum, dass er ein paar Tage am Wörthersee verbracht hatte, eine erstaunlich unbeschwer­te Musik komponierte, die ganz im Einklang mit der Schön­heit der Natur steht. Brahms selbst nannte den Zusammenhang der zweiten Sinfonie und der Landschaft beim Namen: »Der Wörther See ist ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, daß man sich hüten muß, keine zu treten.«