20. November 2017 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker - 2. Sinfoniekonzert: Requiem

Giuseppe Verdi (1813 – 1901) Messa da Requiem

»Nun ist alles vorbei! Und mit ihm endet die reinste, heiligste, höchste unserer Ruhmeszeiten … Ich habe viele Zeitungen gelesen. Keine spricht von ihm, wie man es tun müßte. Viele Worte, aber keins im Tiefsten erfühlt.« In diese Worte fasste Giu­seppe Verdi seine tiefe Trauer über den Tod des von ihm verehrten Dichters Alessandro Manzoni. In Erinnerung des zwei Jahre zuvor verstorbenen Gioachino Rossini und zurückgreifend auf ein »Libera me«, das er nach dessen Tod komponiert hatte, schrieb Verdi das Requiem, das am Jahrestag von Manzonis Tod uraufgeführt wurde.

Verdis Musik setzt da an, wo die Macht der Sprache endet. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes »im Tiefsten erfühlt« und schreckt dabei auch vor dem Einsatz musikdramatischer Mittel nicht zurück: Nie zuvor waren die Blechbläser in einem »Dies irae« so entfesselt erklungen, hatte der Chor in der gehetzten Schlussfuge derart vergeblich Erlösung ersehnt oder war überhaupt ein Requiem so trostlos zu Ende gegangen. Für die Trauermusik im »Lacrymosa« griff Verdi sogar auf die Trauermusik um Marquis von Posa aus der französischen Version seiner Oper »Don Carlos« zurück. Entsprechend zwiegespalten fiel das Urteil der Zeitgenossen aus. So machte schon vor der Uraufführung Hans von Bülows Wort von der »Oper im Kirchengewande«, die der »allgewaltige Verderber des italienischen Kunstgeschmacks« geschrieben habe, die Runde – ebenso wie Brahms’ Kommentar, dass sich Bülow mit seinem Urteil »unsterblich blamiert« habe, da ein derartiges Requiem »nur ein Genie schreiben kann«. Unabhängig davon gehört das Requiem heute zu Verdis bedeutendsten Kompositionen, wenn es auch seltener in Kirchen als auf Konzertbühnen aufgeführt w