26. Februar 2018 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker/Brechtfestival: Verboten und verfolgt

Am 13. Februar 1934 hielt Richard Strauss eine Rede anlässlich der ersten Arbeitstagung der Reichsmusikkammer, in der er mit einem Goebbels-Zitat die Leitlinie für die Komponisten der Zukunft umriss: »Die Kunst und die Kultur entstehen im Mutter­boden eines Volkes; sie werden deshalb auch immer an die sitt­lichen, sozialen, nationalen und an die moralischen Grundsätze des Staates gebunden sein.« Von hier war es nur ein kleiner Schritt bis zum Verbot »undeutscher« Musik, worunter die Nationalsozialisten neben allen jüdischen auch sämtliche Komponisten subsumierten, die zu sehr nach Jazz oder »Neutöner« klangen und sich nicht politisch vereinnahmen ließen. Schlagartig verschwanden Namen wie Alban Berg, Ernst Krenek, Gustav Mahler, Arnold Schönberg und Felix Mendelssohn Bartholdy von den Konzertprogrammen. Auch Paul Hindemith, gerade noch von Goebbels als eines der wichtigsten Talente gefeiert, wurde kurz darauf von demselben Mann als »atonaler Geräuschemacher« diffamiert. Wie Kurt Weill musste Hindemith das Land verlassen und in die USA fliehen.

Linus Roth ist Violinprofessor am Leopold-Mozart-Zentrum und gehört seit der Auszeichnung mit dem Echo Klassik als bester Nachwuchskünstler zu den meistgefragten Violinisten seiner Generation. Er gibt mit Hindemiths Violinkonzert sein Debüt bei den Augsburger Philharmonikern, ebenso wie Hermann ­Bäumer, Generalmusikdirektor am Staatstheater Mainz und Gastdirigent bei Orchestern wie der Sächsischen Staatskapelle, den Bamberger Symphonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.