13. Dezember 2017 - 18:15 |
Vortrag

"Museumsreif? Komponisten und Musik ausstellen" (IV)

Künstlerhaus und Symbolort deutscher Kulturgeschichte
Das neue Richard Wagner Museum Bayreuth

Richard Wagners Bayreuther Wohnhaus „Wahnfried“ war Schauplatz des letzten bedeutungsvollen Lebensjahrzehnts des epochalen Musikdramatikers. Von hier aus leitete er den Bau des Bayreuther Festspielhauses, das 1876 mit der Gesamturaufführung des „Ring des Nibelungen“ eröffnet wurde und bis heute ausschließlich der exklusiven Aufführung der Werke Richard Wagners vorbehalten ist. 1882 wurde hier das „Bühnenweihfestspiel“ „Parsifal“ uraufgeführt.

Nach Wagners Tod 1883 wurde das Haus Wahnfried zum ideologischen Zentrum eines sich um seine Witwe Cosima, Tochter Franz Liszts, formierenden Wagner-Kults. Rassentheorie, Antisemitismus und parareligiöser Mystizismus machten Wagner und die Festspiele anschlussfähig für die völkische Bewegung und den Nationalsozialismus.

So wurde Wahnfried auch zum Schauplatz der Freundschaft zwischen Wagners Schwiegertochter Winifred Wagner und Adolf Hitler, der hier schon seit 1923 mit freundlichstem Familienanschluss ein und ausging. Geradezu symbolträchtig wurde das Haus dann 1945 bei einem Fliegerangriff zu großen Teilen zerstört.

Von Wagners Enkel Wieland notdürftig für Wohnzwecke wiederhergestellt und von ihm mit seiner Familie bis zu seinem frühen Tod 1966 bewohnt, wurde Wahnfried von 1974-76 „originalgetreu“ wieder aufgebaut und seitdem als Museum genutzt.

Von 2010-2015 erfolgte dann eine grundlegende Sanierung, Erweiterung und Neugestaltung, bei der nicht nur dem authentischen Schauplatz von Leben und Werk Wagners, sondern auch der spezifischen, symbolträchtigen Geschichte des Hauses Rechnung getragen wird. Diese Maßnahmen werden im Vortrag dargelegt und erläutert.

Weitere Vorträge der Reihe "Museumsreif?"
jeweils um 18:15 Uhr am
10.01. / 24.01. / 07.02.
Gesprächskonzert mit Christoph Hammer am 31.01.18 (18 Uhr)

! Die Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten statt !

Detaillierte Informationen finden Sie hier

Die Vortragsreihe wird veranstaltet durch das Forum Musealisierung. Die 2012 gegründete Arbeitsgruppe besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Augsburg, die sich aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven mit dem Phänomen Museum und seinen verschiedenen Fragestellungen beschäftigen.