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Jérémy Rhorer

Jérémie Rhorer hat sich einen Namen gemacht als einer der intensivsten und intellektuell anspruchsvollsten Dirigenten seiner Generation. Er ist der Gründer und Musikalischer Leiter des Orchesters Le Cercle de l’Harmonie, mit dem er das Repertoire des 18. und 19. Jahrhunderts mit einem innovativen Ansatz erarbeitet: Seine Interpretationen von Cherubini, Beethoven und Mendelssohn wurden von der Presse und dem Publikum weltweit mit großer Anerkennung aufgenommen. Auch in den Interpretationen von Mozarts Werken geht Jérémie Rhorer einen einzigartigen Weg. Auf der Suche nach dem dramatischen Genie dieses Komponisten führte er Idomeneo, Così fan tutte, Don Giovanni, La clemenza di Tito und Die Entführung aus dem Serail mit bedeutenden Orchestern auf, insbesondere im Rahmen des Mozart-Zyklus, den ihm das Théâtre des Champs-Élysées anvertraute.

Dieselbe Herangehensweise war auch der Schlüssel zu Rhorers Erfolgen als Interpret der Musik des 20. Jahrhunderts: Am Pult des Philharmonia Orchestra in der Produktion von Poulencs Dialogues des carmélites mit Regisseur Olivier Py im Théâtre des Champs-Élysées gewann er 2014 den Grand Prix du Syndicat de la Critique. Die DVD-Aufnahme wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter ein BBC Music Magazine Award 2016.

Jérémie Rhorer dirigiert regelmäßig einige der besten europäischen Orchester: das Radio-Sinfonieorchester Frankfurt, die Bamberger Symphoniker, das Gewandhausorchester in Deutschland, die Rotterdam Philharmonic in Holland, das Orchestre National de France und das Orchestre de Paris in seinem Heimatland. Nach dem Tod von Nikolaus Harnoncourt lud ihn der Concentus Musicus ein, Beethovens Eroica- und Pastoral-Symphonien an ihrem gemeinsam mit dem Musikverein organisierten Festival in Graz zu dirigieren. Jérémie Rhorer hat ebenfalls eine enge Beziehung zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, mit der er ein besonderes Tschaikovsky-Projekt erarbeiten wird.

Rhorer war Gast bei den renommiertesten internationalen Festivals, von Aix-en-Provence (Don Giovanni im Sommer 2017) über Salzburg (wo er im Mai 2018 im Rahmen der Pfingstfestspiele auftrat), bis Glyndebourne, Edinburgh (Il barbiere di Siviglia im Sommer 2018) und den BBC Proms. Er trat auch in Opernhäusern wie der Staatsoper in Wien, der Bayerischen Staatsoper in München, La Monnaie in Brüssel und dem Teatro Real in Madrid auf.

Das Schlüsselereignis in seiner Kindheit war die Maîtrise von Radio France, wo er seine Berufung zum Dirigieren entdeckte. Es folgte ein vorbildliches Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Als Schüler von Thierry Escaich zählt Jérémie Rhorer zu den bedeutenden zeitgenössischen Komponisten und ist Preisträger des Prix Pierre Cardin. Seine anspruchsvolle kompositorische Arbeit führt er parallel zu seiner Tätigkeit als Dirigent aus. 2017 hat ihm das Philharmonia Orchestra gemeinsam mit dem Pariser Théâtre des Champs-Elysées ein Klavierkonzert für den französischen Pianisten Jean-Yves Thibaudet in Auftrag gegeben.

Höhepunkte in Rhorers Saison 2017/18 waren die Eröffnungsgala der Opéra National du Rhin, die Neuproduktion des Barbier von Sevilla im Théâtre des Champs-Élysées in der Inszenierung von Laurent Pelly und sein Debut am Teatro Comunale di Bologna mit der Wiederaufnahme von Poulencs Dialogues des carmélites. Ausserdem gab er in dieser Saison sein Debut beim City of Birmingham Symphony Orchestra, beim Orchestre de la Suisse Romande, bei der Tschechischen Philharmonie und beim Orchestre Symphonique de Montréal.