8. Oktober 2019 - 20:00 |
Konzert

1. Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker: Lebenszyklen

Konzert mit Martin Grubinger
Werke von Franz Liszt
, Fazıl Say und Richard Strauss

»Am Anfang war der Rhythmus«, sagte einst der Pianist und Diri­gent Hans von Bülow. Wiederkehrende Rhythmen bestimmen das Leben. Wie ein natürliches Ostinato strukturieren sie die Zyklen des Seins, bringen Ordnung in die Bewegung. Die Wiederholung dient dabei als grundlegendes Prinzip, denn sie allein schafft prägnante Muster und rhythmische Gestalt. Rhythmische Durchformung – auch im Anklang an außereuropäische Musiktraditionen – ist ein besonderes Kennzeichen der Kompositionen des türkischen Pianisten Fazıl Say. In seinem 2018 entstandenen Schlagzeugkonzert geht er einen Schritt weiter und richtet sämtliche Parameter am Rhythmus aus. Komponiert hat Fazıl Say sein Konzert für Martin Grubinger, dessen Name für eine neue perkussive Klangästhetik steht. Grubingers beeindruckende Motorik, seine ungemeine Präzision und sein rasantes Spiel, das zu keiner Zeit das Melodische zurückdrängt, inspirierte bereits viele Komponist*innen.
Ganz dem Lebensrhythmus verpflichtet sind auch die beiden Tondichtungen von Franz Liszt und Richard Strauss. Liszt zeichnet mit seinen »Préludes« die Phasen des Lebens als Vorspiel zum »unbekannten Gesang« des Todes nach. Strauss indes setzt ganz konkret den Lebenszyklus eines Helden in die poetisch-­musikalische Form seiner sinfonischen Dichtung. Der Held selbst wird beschrieben, seine treue Gefährtin, aber auch seine Widersacher, der Held im Kampf und der Held der Friedenswerke. An dieser Stelle greift Strauss auf Themen seiner früheren Tondichtungen zurück und versinnbildlicht so den Gedanken der Wiederkehr. Am Ende stehen »Weltflucht« und »Vollendung«.