18. November 2019 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: 2. Sinfoniekonzert - In memoriam

Sergei Prokofjew, Mieczysław Weinberg, Gustav Mahler
Linus Roth
(Artist in Residence), Violine

Als Dmitri Schostakowitsch 1942 Mieczysław Weinbergs 1. Sinfonie in den Händen hielt, erkannte er sofort das kompositorische Potenzial des jungen polnischen Komponisten. Kurzerhand holte er ihn nach Moskau, um ihn zu fördern.
In den Jahren davor musste Weinberg schreckliche Schicksalsschläge überwinden, denn als Jude waren er und seine Familie den Repressalien der Nationalsozialisten ausgeliefert. Auch später, unter der Stalinistischen Diktatur, drohten ihm Haft und Verfolgung. Da er sich weigerte, Parteimitglied zu werden, erhielt er nur wenig Unterstützung von den offiziellen Instanzen, konnte sich aber kompositorisch stets weiterentwickeln und war äußerst produktiv und experimentierfreudig.

Am 8. Dezember 2019 jährt sich Weinbergs Geburtstag und im 2. Sinfoniekonzert soll an ihn und seine musikalischen Vorbilder erinnert werden. Auf dem Programm steht sein Violinkonzert in g-Moll, das eindrucksvoll die intensive Auseinandersetzung mit Schostakowitschs Musik belegt. Auch Gustav Mahler war eines der großen Vorbilder Weinbergs. Vor allem Mahlers sinfonische Konzeption, durchdrungen von den Extrempolen der Empfindungen im Gegenüber von Transzendenz und Ba­nalität, stand ihm nahe. Auch Sergei Prokofjews Musik beeinflusste Weinbergs kompositorisches Schaffen. Seine »Klassische Sinfonie«, die 1916 / 17 entstand, wagt bereits zwei Jahre vor Igor Strawinskys neoklassizistischer Wende den Blick zurück ins 18. Jahrhundert.