15. Januar 2019 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: 3. Sinfoniekonzert

Traditionslinien

Die Tradition zu achten, war für Schostakowitsch, der mit der Musik von Mozart, Haydn, Beethoven, Borodin und Tschaikowski aufgewachsen war, stets höchstes Gut: »Das Studieren der Musik der großen Meister der Vergangenheit ist gerade für den jungen Komponisten von ungeheurem Nutzen: Je mehr gute fremde Musik er gründlich studiert hat, desto origineller wird im Endergebnis seine eigene Musik.« Wie sehr er mit dieser Einschätzung Recht behalten sollte, beweist seine erste Sinfonie, die Schostakowitsch noch vor seinem 20. Geburtstag, als Abschlussarbeit am Konservatorium, komponierte. Ganz selbstverständlich bedient sich Schostakowitsch in ihr der klassischen Formschemata und bricht sie mit seinem außerordentlich frech-karikierenden Tonfall gleichsam von innen heraus auf.
Originalität und Traditionsverbundenheit könnten als Schlagworte auch für Rodion K. Ščedrins musikalisches Schaffen gelten. So komponierte er wie sein Förderer Schostakowitsch nach dem Vorbild von Bachs »Wohltemperiertem Klavier« 24 Präludien und Fugen für Klavier und setzte sich überhaupt intensiv mit den kompositorischen Vorfahren auseinander. 2008 komponierte er für Mariss Jansons und das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks das sinfonische Fragment Beethovens Heiligenstädter Testament. In diesem spürt er dem Seelenzustand Beethovens, der sich in seinem »Heiligenstädter Testament« mit seiner zunehmenden Ertaubung auseinandersetzt, musikalisch nach.

Medienliste der Stadtbücherei Augsburg

Blick in die Musikalische Werkstatt 19:10 Uhr