17. Dezember 2019 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: 3. Sinfoniekonzert - Pioniergeist

Carl Philipp Emanuel Bach, Wilhelm Friedemann Bach, Johann Christian Bach
Georg Anton Benda

Mitte des 18. Jahrhunderts herrschte Aufbruchstimmung in der Musik. Aufklärerische Ideen waren dabei ebenso maßgebend wie die Entstehung eines öffentlichen Konzertwesens. Dem Ideal der Natürlichkeit folgend trat man für eine neue Ästhetik in der Musik ein und richtete den Fokus weg vom Kontrapunkt hin zur Melodie. An dieser Akzentverschiebung, mit der die Entwicklung der Gattung Sinfonie einherging, hatten auch die Bach­söhne regen Anteil. Carl Philipp Emanuel, der beste Kenntnisse der neusten kompositorischen Gepflogenheiten an modernen Höfen wie Mannheim hatte, schuf bereits in seinen frühen Sinfonien wegweisende Modelle. Auch die schillerndste Figur der Bachfamilie, sein jüngster Brüder Johann Christian, trug maßgeblich zur Weiterentwicklung der Gattung Sinfonie bei.

Georg Anton Benda betrat ebenso Neuland – und zwar auf dem Gebiet des Melodrams. Zwar kann er nicht als ihr Erfinder gelten – Jean-Jacques Rousseau kam ihm zuvor –, doch seine erfolgreichen Melodramen waren lange Zeit beispielhaft. Wolfgang Amadeus Mozart etwa war begeistert von seinen Werken. In »Ariadne auf Naxos« ist besonders schön zu erleben, wie Benda die psychischen Prozesse der Bühnenpersonen auf subtile Weise musikalisch reflektiert.