14. Januar 2020 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: 4. Sinfoniekonzert - Künstlerfreundschaften

Johannes Brahms und Robert Schumann
Violine Linus Roth (Artist in Residence)

Als der 20-jährige Johannes Brahms 1853 den Schumanns einen ersten Besuch abstattete, waren Clara und Robert begeistert von dem jungen talentierten Komponisten. Robert Schumann setzte sich umgehend für die Veröffentlichung von Brahms’ Kompositionen ein und schrieb in der Neuen Zeitschrift für Musik seinen berühmten Aufsatz »Neue Bahnen«, in dem er Brahms als den lang ersehnten »Berufenen« ankündigte. Im Laufe kurzer Zeit entwickelte sich eine künstlerische und persönliche Beziehung, die zwischen Clara und Johannes in ein Liebesverhältnis und schließlich in eine langjährige Freundschaft mündete. Dem ­engen Schumann-Kreis gehörte auch der Geiger und Komponist Joseph Joachim an, für den Schumann mehrere Werke und Brahms 1878 das berühmte Violin­konzert op. 77 komponierte.
Bereits einige Jahre vor dieser folgenreichen Begegnung komponierte Schumann seine 2. Sinfonie. Sie belegt eindrucksvoll, wie der Komponist die von Haydn, Mozart und Beethoven geprägte Gattung zu erneuern gedachte. So näherte er den Sonaten­satz der Form-Idee der Variation an und komponierte ähnlich wie Beethoven in seiner 9. Sinfonie einen triumphalen Finalsatz mit thematischem Material aus den Vorgängersätzen.
Auch für Brahms‘ Violinkonzert war Beethoven maßgebend. Es ist ebenso vom sinfonischen Gedanken durchdrungen wie Beethovens gattungsprägendes Pendant. Für die Gestaltung der Violinstimme zog Brahms seinen Freund Joachim zurate. Nachdem dieser das Violinkonzert mit zahlreichen Aufführungen bekannt machte, ist der Rang des Werkes bis heute unumstritten.