18. Februar 2020 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: 5. Sinfoniekonzert - Seelenlandschaften

Pjotr Tschaikowsky und Dmitri Kabalewski

Am Beginn steht die Weite des Meeres. Still und majestätisch liegt es da. Doch bald erheben sich die Winde und ein gewaltiger Sturm bricht los – entfacht durch die Zauberkräfte Prosperos. Der von seinem Bruder Antonio gestürzte König von Mailand findet mit seiner Tochter Miranda Zuflucht auf einer einsamen Insel. Doch als er bemerkt, dass sich ein Schiff nähert, auf dem sich Antonio und sein Sohn Ferdinand befinden, lässt er seine übernatürlichen Kräfte walten. Das Schiff geht unter und die Schiffbrüchigen retten sich auf die Insel. Dort begegnen sich Ferdinand und Miranda und verlieben sich. Am Ende von Tschaikowskys Sinfonischer Fantasie steht wieder das weite, endlose Meer.

Der russische Komponist illustriert die Geschichte von Shakes­peares Der Sturm mit viel Feingefühl, Klanggewalt und großem Farbenreichtum. Er umschreibt dabei nicht nur die Naturereignisse und die Landschaft des Meeres, sondern reflektiert zugleich die Gefühle der Protagonisten. Naturdarstellung und innere Seelenzustände verschmelzen auch in seiner 1. Sinfonie, die 1866 sieben Jahre vor dem »Sturm« entstand. Tschaikowsky versah die ersten beiden Sätze mit Titeln, die von der Empfindung beim Betrachten der Natur sprechen: die Idylle des ersten Satzes »Träume einer Winterreise« kontrastiert mit dem zweiten Satz »Land der Öde, Land der Nebel«, als Metapher für die existenzielle Einsamkeit.
Im Violinkonzert von Dmitri Kabalewski hingegen geht es eher sonnig zu. Der russische Komponist, der selbst gerne Landschaften malte, entwirft ein schwungvolles, heiteres Klangbild mit hinreißenden Melodien.