30. März 2020 - 20:00 |
Sinfoniekonzert

Augsburger Philharmoniker: 6. Sinfoniekonzert - Stil-Synthesen

    Bartók war 30 Jahre alt, als er sich 1911 mit der Konzeption von »Herzog Blaubarts Burg« an sein erstes Bühnenwerk wagte. Obgleich ein Erstlingswerk, stellt die Oper bereits eine großangelegte Synthese in Bartóks Schaffen dar. Auf der Suche nach einer eigenen, neuen Musiksprache schöpfte er vermehrt aus der Musik französisch-impressionistischer Prägung und verknüpfte sie mit der ungarischen Volksmusik. Im Zuge dessen setzte er sich auch mit atonalen Kompositionstechniken auseinander. Alle diese Elemente finden sich zu einer Einheit verschmolzen in »Herzog Blaubarts Burg« wieder. Sie dienen auf einzigartige Weise der Reflexion des dramatischen Verlaufs der symbolistischen Geschichte, die das Seelenleben des an der Liebe der Frau gescheiterten Mannes thematisiert: In Herzog Blaubarts Burg, einem verlassenen und dunklen Gemäuer, entdeckt Judit, die neue Gemahlin Blaubarts, sieben verschlossene Türen. Sie drängt Blaubart dazu, eine um die andere zu öffnen und macht schöne, sonderbare, aber auch grausige Entdeckungen.
    Dem Dunkel der Blaubart’schen Feste stehen die strahlenden C-Dur-Höhen der »Jupiter«-Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart gegenüber. Hier zeigt sich in besonders konzentrierter Form Mozarts Vorliebe für die Synthese verschiedenster Stile. Die Sinfonie vereint auf engstem Raum nicht nur allerhand Gegensätze, sondern verknüpft im Finalsatz auch sämtliche Raffinessen der »barocken« Fuge mit dem klassischen Sonatensatz auf so geschickte Weise, dass die extreme kompositorische Dichte erstaunlich leichtfüßig daherkommt.

    Mo 30.3.2020 20:00 | Kongress am Park