16. Juni 2020 - 20:00 |
Sinfoniekonzert

Augsburger Philharmoniker: 8. Sinfoniekonzert - Randerscheinungen

Ersten und letzten Werken wohnt ein besonderer Zauber inne.

Zeugen die anfänglichen kompositorischen Gehversuche stets von einer Auseinandersetzung mit musikalischen Vorbildern, wird in den letzten Werken oft Bilanz gezogen. Zuweilen führen sie weit über das bisher Gesagte hinaus, sprengen Gattungs- und Konventionsgrenzen auf.

Igor Strawinsky komponierte sein »Scherzo fantastique« 1908 am Anfang seiner außergewöhnlichen Karriere und nannte es selbst das »vielversprechende Opus 3«. Beeindruckend souverän nutzt der Komponist die traditionelle Instrumentationskunst in der Nachfolge Nikolai Rimski-Korsakows und entwirft ein erfrischend leichtfüßiges Scherzo.

Einen tiefgründig-ernsten Charakter hingegen entfaltet Johannes Brahms’ letzte Sinfonie. Sie gehört zu den ergreifendsten Werken des Komponisten und zeugt von höchstem tonkünstlerischem Geschick. Glanzstück ist gewiss die Passacaglia, deren Thema auf Johann Sebastian Bach zurückgeht. Mit der 4. Sinfonie setzte Brahms elf Jahre vor seinem Tod einen Schlusspunkt in dieser Gattung. Béla Bartóks Konzert für Viola hingegen lenkt den Blick auf das tatsächliche Schaffensende – sogar über das Lebensende hinaus. Denn der von Krankheit gezeichnete Komponist konnte sein Konzert, das sich vor allem durch seine originelle Melodiegestaltung auszeichnet, nicht vollenden.

Wie andere vor ihr wagt sich Star-Bratschistin Tabea Zimmermann an das überlieferte Grundgerüst und präsentiert im 8. Sinfoniekonzert ihre ganz eigene Bearbeitung von Bartóks berühmtem Violakonzert.

Mo 15.6.2020 20:00 | Kongress am Park