12. Juni 2018 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: Gebt uns Klassiker

Wenn es um die Wiederentdeckung von Komponisten und Werken des 17. und 18. Jahrhunderts geht, ist man bei ihm an der richtigen Adresse: Reinhard Goebel ist nicht »nur« Dirigent, Vio­linist und Professor für historische Aufführungspraxis am Salzburger Mozarteum, sondern stöbert daneben jedes Jahr zahlreiche in Vergessenheit geratene Werke auf. Telemann, Heinichen, Fasch, Rebel, Biber: Ohne Goebel und das Ensemble Musica Antiqua Köln, das er 33 Jahre lang leitete, würde man heute wahrscheinlich kaum über sie sprechen. Auch bei seinem Konzert mit den Augsburger Philharmonikern stellt er einem der Wiener Klassiker schlechthin, Ludwig van Beethoven, mit Kompositionen von Bernhard Romberg und Franz Clement zwei Raritäten aus derselben Epoche gegenüber.

Bernhard Romberg gehörte seinerzeit zu den führenden Cello-­Virtuosen und den wichtigsten Komponisten, seine Werke galten aber schon zu seinen Lebzeiten als veraltet und gerieten in Vergessenheit. Auch Franz Clements Schicksal ist es, nur als der Violinist in Erinnerung geblieben zu sein, der Beethovens ­Violinkonzert uraufführte – übrigens ohne die Noten vor dem Konzert gesehen zu haben. Dass Clement selbst dem Repertoire zwei äußerst kunstvolle Violinkonzerte beisteuerte, wissen hingegen die wenigsten.

Solistin dieser Augsburger Erstaufführung ist Lena Neudauer, die im Alter von nur 15 Jahren den Leopold-Mozart-Wettbewerb in Augsburg gewann. Seitdem gastiert sie als Solistin mit den großen europäischen Orchestern, tritt bei renommierten Festivals auf und ist Professorin an der Musikhochschule Saar.