15. November 2018 - 20:00 |
Konzert

Augsburger Philharmoniker: "Testament"

1. Sinfoniekonzert der Saison 2018/19

»Nun widme ich der Majestät aller Majestäten, dem lieben Gott, mein letztes Werk und hoffe, dass er mir so viel Zeit schenken wird, dasselbe zu vollenden«, äußerte Anton Bruckner gegenüber seinem Arzt. Zu diesem Zeitpunkt war seine Erkrankung bereits so weit fortgeschritten, dass er an dem noch fehlenden Finalsatz der 9. Sinfonie nur noch unter großen Mühen arbeiten konnte. Ein Jahr später starb er und hinterließ die Sinfonie unvollendet. Als persönliches Bekenntniswerk bildet sie die Summe seines Schaffens und öffnet gleichzeitig mit ihren extrem gewagten harmonischen Wendungen Türen für die nachfolgenden Sinfoniker wie Gustav Mahler. Dass gerade der vierte Satz der Sinfonie nicht vollendet wurde, und aufgrund der unvorhersehbaren Arbeitsweise Bruckners auch nicht aus den vorhandenen Skizzen rekonstruiert oder gar vervollständigt werden kann, stellt Forscher und Interpreten vor eine fast unlösbare Aufgabe: Bruckners stets auf den Kulminationspunkt im Finale hin ausgerichtete Sinfoniekonzeption lässt es kaum zu, die Sinfonie nach dem dritten Satz, dem Adagio, enden zu lassen. Entsprechend vielfältig waren die Versuche einer (Re-)Konstruktion des Finalsatzes. Dabei hatte Bruckner selbst einen Ausweg aus diesem Dilemma in einer Universitätsvorlesung 1892 verfügt: »Sollte ich vor der Vollendung der Symphonie sterben, so muß mein Te Deum dann als 4. Satz dieser Symphonie verwendet werden. Ich habe es schon so bestimmt und eingerichtet.«

Blick in die musikalische Werkstatt
19:10 Uhr

Jeweils im Anschluss an das Konzert »Meet & Greet« mit GMD Domonkos Héja im Foyer.